Grüner Nieswurz

(Helleborus viridis)
 

Einstufung:  stark giftig
Giftige Teile:  Alle Pflanzenteile
Wirkstoffe:  Hellebrin, Alkaloide Celliamin, Sprintillamin und Sprintillin
Folgen einer Vergiftung:  Krämpfe, Lähmung, insbesondere Atemlähmung

Die Grüne Nieswurz (Helleborus viridis) ist eine Pflanzenart in der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae). Diese giftige Pflanze wurde früher als Heilpflanze eingesetzt.

Die Grüne Nieswurz ist eine sommergrüne, ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von meist 20 bis 40, aber selten bis zu 60 Zentimetern erreicht. Der Stängel ist bis zum Blütenstand kahl.

Die Laubblätter sind in langen Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die handförmig geteilten Blattspreiten sind sieben- bis neunteilig mit gesägten Abschnitten. Die Laubblätter gehen fließend über die Hochblätter in die Blütenhüllblätter, bei welchen es sich eigentlich um die Kelchblätter handelt, über. Im Gegensatz zur Schneerose (Helleborus niger) hat die Grüne Nieswurz meist zwei grundständige Blätter, die nicht überwintern.

Die Blütezeit reicht von März bis Mai. Die halb hängenden Blüten haben eine hell- bis gelbgrüne Farbe, sind flach ausgebreitet und 4 bis 6 Zentimeter groß. Die Grüne Nieswurz bringt je Blüte zwei bis fünf vielsamige Balgfrüchte hervor.

Hauptwirkstoffe sind: etwa 0,1 % Hellebrin, daneben die Alkaloide Celliamin, Sprintillamin und Sprintillin. In den Wurzeln ist außerdem Desglucohellebrin und das Bufadienolid 14-Hydroxy-3-oxo-1,4,20,22-bufatetraenolid vorhanden. Die Alkaloide stehen in ihrer Wirkung dem Cevadin (Veratrin), dem Aconitin und Delphinin sehr nahe. Sie enthält etwa 0,1 % Helleborein, daneben sind Hellebrin, Celliamin, Sprintillamin und weitere Inhaltsstoffe vorhanden. Die Hauptwirkung ist eine Erregung motorischer Hirnzentren (zuerst der Atmung, dann Unruhe und Krämpfe, endlich Lähmung, insbesondere Atemlähmung); am Herzen erzeugen die Viridis-Alkaloide Bradycardie und negative Inotropie. Celliamin und Sprintillamin töten wahrscheinlich durch eine unmittelbare Schädigung des Atemzentrums.

Buch zur Giftpflanze: Grüner Nieswurz